Geschichte

Die Geschichte - rund um unsere Römerhalle

Die Grabungsergebnisse belegen eine 7000jährige Besiedlung am Fronhof.

 

Den ersten archäologischen Fund machte bereits 1840 Professor Heinrich Schreiber auf dem Fronhof: der Augenarztstempel. Vor dem Baubeginn der Römerhalle konnten im Frühjahr 2000 wertvolle archäologische Relikte der Römerzeit und des Mittelalters freigelegt werden. Von März bis Juli 2001 wurde der festliche Bereich bis zur Straße hin untersucht. Hier überraschten die keltischen Überbleibsel, unter anderem 27 Goldmünzen und Überreste von keltischen Wohnhäusern (2./1. Jahrhundert v. Chr.), die unter der römischen Straße lagen.  Die ältesten Keramikscherben datieren an das Ende des 6. Jahrtausends vor Christus. Weitere interessante Siedlungshinweise gehören in die mittlere Bronzezeit (15. - 13. Jahrhundert v. Chr.). Erwähnenswert sind ein Töpferofen und insgesamt 33 Münzen. 27 keltische Goldmünzen waren zusammen in einem Topf, der Hortfund war eine Sensation.

 

Des Weiteren wurden drei Keller von römischen Wohnhäusern freigelegt, von denen eine Mauer im Eingangsbereich der Halle restauriert wurde.

In diesem Keller waren noch Standspuren von Amphoren sichtbar, die gefüllt mit Wein, Öl oder Fischsoßen aus Italien und Spanien nach Riegel geliefert worden waren. Außerdem fanden sich zwei Brunnen, einer in Holz, der andere in Stein am Nordrand der römischen Siedlung. Brunnen sind oft Fundgruben für Botaniker, im feuchten

 Milieu der Brunnenfüllung ergeben sich durch konservierte Pflanzenreste oft Hinweise zur Wirtschaftsform und Ernährung (Obst, Gemüse, Getreidesorten etc.) aber auch zur Umwelt und damit zu den natürlichen Lebensbedingungen in römischer Zeit.

Beeindruckend auch die Gruben der mittelalterlichen Wohnbebauung, die zwischen dem 7. - 13. Jahrhundert auf dem Fronhofbuck standen. Zwei Grubenhäuser waren mit 15m² bzw. 19,3m² überdurchschnittlich groß, das größte Haus hatte sogar 29m² Grundfläche. Dachziegel lassen auf mindestens ein Steingebäude schließen. Viele Kleinfunde unterstrichen die Bedeutung des Platzes. Die jüngsten Funde datieren in die Zeit des 2. Weltkrieges (1939-1945). Damals wurde ein “Panzergraben” angelegt, dessen Verlauf sich im Löß abzeichnete. Außerdem wurde das Fundament der Flakstellung mit dem zugehörigen Laufgraben freigelegt.